Vive la France 2010 - Frankreich wir kommen !!!

 

Kurvenspaß und Serpentinenrausch,

Panoramastraßen mit grandiosen Aussichten

und

Essen wie Gott in Frankreich!

 
 

Das haben wir uns so gedacht...

Das Motorrad aufgeladen, Klamotten in den Wagen gepackt und ab dafür –
diesmal die Anfahrt (der Bequemlichkeit wegen) mit dem Wagen gemacht.

Pässe fahren, wollen wir.

Diesmal muss es doch klappen!!??!!
Die Jahreszeit wäre ideal dafür – nicht zu früh und nicht zu spät.
Eigentlich sollte alles offen sein.


 
 

Vorab hatten wir uns schon mal die Alpenpässe Frankreichs rausgesucht:

Col de la Bonette Jausiers - St. Etienne de Tinee (Haute-Provence)2.802 Meter
Col de la Cayolle Bayasse - Entraunes (Haute-Provence) 2.327 Meter
Col de la Croix de Fer St. Sorlin d' Arves - Col du Glandon (Savoyen) 2.068 Meter
Col de la Forclaz Martigny Chamonix (Haute Savoie) 1.527 Meter
Col de Frejus (Savoyen) 2.542 Meter
Col du Galibier Briancon - St. Michel de Maurienne (Savoyen) 2.642 Meter
Col du Glandon Le Chambre - Allmont (Savoyen) 1.951 Meter
Col du Glandon St. Avre - Rochetaillee (Savoyen) 1.924 Meter
Col du Granier Chambery - Entremont (Rhone-Alpes)1.164 Meter
Col de l' Iseran Val d' Isere - Bonneval sur Arc (Savoyen) 2.765 Meter
Col d' Izoard Briancon - Guillestre (Hautes-Alpes) 2.361 Meter
Col du Lautaret Le Bourg d' Oisans - Le Monetier les Bains (Hautes-Alpes) 2.057 Meter
Col des Leques Barreme – Castellane (Alpes-de-Haute-Provence) 1.148 Meter
Col de Luens Castellane - Le Logis du Pins (Alpes-de-Haute-Provence) 1.054 Meter
Col de la Madeleine La Chambre - La Thuile (Savoyen) 1.984 Meter
Col de Meraillet Beaufort - Cormet de Roselend (Savoie)1.967 Meter
Col du Mont Cenis Lanslebourg – Susa/Italien (Savoyen) 2.081 Meter
Col des Montets Le Chatelard - Chamonix (Haute Savoie)1.461 Meter
Col de Montgenevre Briancon - Claviere (I) (Hautes-Alpes) 1.850 Meter
Col de Parpaillon Embrun - La Condamine Chatelard (Hautes-Alpes) 2.632 Meter
Col du Petit Mont Cenis (Savoyen) 2.182 Meter
Col du Petit Saint Bernard Seez (F-Savoie) - Pre-St.-Didier (Aosta) 2.188 Meter
Col de Pilon St. Vallier de Thiey - Grasse (Alpes-Maritimes) 786 Meter
Col de Porte Sarcenas - St. Pierre de Chartreuse (Isere) 1.340 Meter
Col de Restefond Jausiers - St. Etienne de Tinee (Haute-Provence) 2.802 Meter
Col du Télégraphe St. Michel de Maurienne - Valloire (Savoie)1.562 Meter
Col de Valferviere Col de Luens - Pas de la Faye (Haute-Provence)1.169 Meter
Col de Vars Guillestre - Jausiers (Hautes-Alpes) 2.111 Meter
Col de Vence Grenoble - Le Sappey en Chartreuse (Savoyen) 781 Meter
Faye-Pass St. Vallier de They - Escragnolles (Alpes-Maritimes) 981 Meter
Frejus Straßentunnel Modane (Savoyen) – Susa/Italien 1.297 Meter
Morgins - Pass Monthey (Schweiz) - Abondance (F-Haute-Savoie) 1.369 Meter


 
 

Alles dabei?
Dann also los…

Aber erstmal einem kurzen – zweitägigen - Schlemmer-Zwischenstopp im Schwarzwald.
Es soll ja kein Stress werden ;-)))

Gerd hat da noch so eine Adresse im Petto:
Der Gasthof zum Ochsen im Mühlenbach –
einfache Zimmer,
aber mit einem liebevoll gestaltetem Biergarten idyllisch an einem Bächlein gelegen und
mit seeehr guter Küche.



 
 
Die nette Bedienung
konnte sich sogar noch an Gerd erinnern:

„Das letzte Mal war es doch
die dreifache Vorspeisenplatte?
Oder… ? Hi Hi Hi…“.

Ertappt!


Aber nicht nur das Essen ist klasse –
der Schwarzwald macht auch richtig gute Laune und lässt gleich Urlaubsstimmung hochkommen.

Es gibt immer noch die typischen Schwarzwaldhäuser, die hier und dort in der Landschaft stehen.
Heimelige Ortschaften, in denen es viel zu entdecken gibt…



Und natürlich Geschichte, die modern verpackt echt interessant rübergebracht wird –
wie bei Duravit z.B..
Da kann man nicht nur in einer Klo-Schlüssel stehen,
sondern auch erfahren wie diese gefertigt wird…
wie viel an Technik mittlerweile darin steckt und letztendlich doch alles nur für´n A… ist ;-)



Entlang der „Schau ins Land Straße“,
durch das schluchtige Höllental, vorbei an Wasserfällen und Burgruinen –
kurz innehaltend auf windiger Höhe, durch Kreuz und Quer bis nach Freiburg…
Zwei Tage sind eindeutig zu wenig – wir werden bestimmt nochmals dort unsere Runden drehen!!?




Doch unser Ziel sind diesmal ja die Pässe in Frankreich.
Schon die Anfahrt ist schon irre lustig…
wusste gar nicht, dass man sich mit ´nem Kleintransporter auch kurvenschwindelig fahren kann.
Gerd jedenfalls hat schon aus lauter Vorfreude jetzt schon das Grinsen im Gesicht.




Nach der ersten Nacht bei Dieter Conrad (wo sonst!!?!)
treffen wir gleich am ersten Tag zwei wirklich gute Freunde,
die nun schon seit zwei Wochen in der Gegend rumtouren: Anke und Dirk.
Ebenfalls begeisterte Motorradfahrer.



 
 
Anke kommt super mit ihrer neuen Maschine zurecht –
fährt eine prima Linie und ist kaum mehr zu halten…
gar nicht so einfach sie in Schräglage zu fotografieren.

Dirk ist ebenfalls ganz begeistert und muss sich echt ranhalten.


Zusammen kurven wir entlang des „Lac de Serre-Poncon“ – Europas größter Stausee
1960 geflutet, liegt er heute malerisch im tiefen Türkisblau in der Landschaft und
kann um die 1.270 Mio. m³ Wasser aufnehmen,
die von einer mächtigen Naturstein-Staumauer zurückgehalten werden.
Immer wieder gibt es Aussichten auf romantisch versteckte Buchten.
Etwas abseits vom See wird unser Picknick ausgepackt und Pause gemacht –
die Sonne scheint uns auf die Bäuche… grunz!






 
 
Schade nur,
dass die Beiden am nächsten Tag schon wieder aufbrechen und
uns zurücklassen.

…was wiederum doch nicht so schade ist ;-)


Nur das Wetter ist etwas trübe. Macht aber nix!
Wir tuckern einfach mal drauf los -
für gute Laune sorgen wir schon selbst und machen zwischendurch lockerungsgeübte Faxen.




In der Nähe des Col de l'Homme Mort – im Departement Drôme –
blühen sogar noch ein paar Lavendelfelder.
Der Duft der ätherischen Öle liegt in der Luft und
gibt dem ganzen Szenario hier oben eine ganz besondere Note.



Hier in der Region Rhône-Alpes im Südosten Frankreichs
findet man im Hügelgebiet eingebettet immer noch die hübsch alten und so typischen Dörfer,
die man gerne mit Franreich in Verbindung bringt.
Eine herrliche Landschaft zum Seele baumeln lassen,
die – zum Glück - noch recht wenig touristisch „aufbereitet“ ist.


 
 
Außerdem gedeihen hier Delikatessen wie Trüffel,
Oliven und die vorzügliche Weine des Weinbaugebietes Cotes du Rhône.
Typisch französisch halt…



Einfach mal Zeit nehmen – es lohnt sich!

Ganz in der Nähe ist doch der Col du Télégraphe?
Ein Gebirgspass,
der regelmäßig auch bei der Tour de France überquert wird und
von dem man aus prima zum Col de Restefond gelangt.
Na denne – nix wie hin.



Bäh - das Wetter zieht sich noch mehr zu.

Hat aber dennoch was…
es geht vorbei an Weinreben und Olivenbäumen,
an knackigen Rennradfahrern vorbei, die gebirgsziegenhaft die Steigung erstrampeln,
um mit uns dann in dicken Nebelschwaden zu verschwinden… brrrr – kalt und nass.

Was die so drauf haben??!? Alle Achtung!!!



Der Col de Restefond – normalerweise ein echter Hin-… äääh… Ausgucker.

Nämlich vom Scheitelpunkt aus, hat man einen herrlichen 360° Panoramablick
auf die schönsten Bergmassive der französischen Alpen.
Der Col de Restefond gehört zwar noch zur Route des Grands Alpes,
liegt aber unvergleichlich direkt am Übergang
von den Rhône-Alpes nach den Provence-Alpes-Côte d´Azur und
bietet bei gutem Wetter sogar einen grandiosen Ausblick bis hin zum Mont Blanc.
Heute allerdings…

Wir fahren lieber schnell wieder runter und in wärmere Gefilde.
Typisch für die Gegend ist auch die „Kamellefärv an dä dör“ (Bonbon-Farbe an der Türe) oder
das bunte Treiben auf den Wochenmärkten.



 
 
Bunte Märkte und wirres Treiben an den Ständen…

danach steht uns allerdings jetzt der Sinn nicht -
uns treibt es wieder hinauf in die Berge.




Diesmal rauf zum Col de la Bonette und damit auf 2.802 Meter über NN:
N44 19.296 E6 48.419.

Kurvenreich windet sich die Straße vorbei
an den verlassen und verfallenen „Casernes de Restefond“
hoch bis in die letzten Schneereste.
Kalter Wind pfeift uns um die Ohren (wie gut, dass wir die Helme auf haben).



Eigentlich ist der Gebirgspass nur 2.715 Meter hoch,
aber wir sind den Rest bis zum Gipfel gelaufen -
von hier aus hat man sogar bei diesem Wetter einen herrlichen Rundumblick
über den Nationalpark Mercantour mit seiner eindrucksvollen Geröllwüste.



Es hat sich auf jeden Fall gelohnt – trotz des bescheidenen Wetters ein tolles Erlebnis!




 
 
Abwärts dann
kommt man am ebenso verlassenen Camp des Fourches vorbei und
endlich wird das Wetter besser.



 
 
Beim Kaffee-Stopp sind wir uns einig –
das reicht eigentlich auch schon für heute.

Grobe Richtung auf La Motte-du-Caire einschlagen und
sich so langsam auf den angesagten Grillabend bei Dieter einstimmen…


Die Vorfreude ist doch was Feines ;-)))



Das kann uns dann auch die kurze Schauer nicht mehr vermiesen.




Dieter und sein Bruder (Familienbesuch aus Deutschland) sind schon kräftig zugange,
als wir dann geduscht und mit dem ersten Bierchen im Garten zur übrigen Meute hinzu stoßen.



Der Tag endet,
wie man sich das Leben nicht schöner vorstellen kann.
Viel Neues und Interessantes gesehen,
lecker gegessen, den Durst gestillt und nette Leute um sich herum…



 
 
Aber der Urlaub pur geht noch weiter!

Der Tag grüßt mit Sonne und hübschen Wolken am Himmel.


Von La Motte-du-Caire aus halten wir auf Sisteron an,
biegen aber kurz vorher nach links hinauf in die Berge ab und
sind auf der Suche nach der „Route du Temps“.
Die ersten Kilometer bergauf hat man immer wieder zurückblickend bemerkenswerte Aussichten
auf den Ort Sisteron und seiner mächtigen Zitadelle.

Vor uns liegt eine kleine, endlos gewundene Bergstraße und
eine so abwechslungsreiche Region,
die durch unterschiedlichste Gesteinformationen und Felsschattierungen überhaupt keine Langeweile aufkommen lässt.



Die atemberaubende Schönheit dieser Landschaft schlägt jeden in seinen Bann.



 
 
Noch ganz benommen von den letzten Eindrücken,
stehen wir nun vor der Frage wohin?

Wie wär´s mit einem Abstecher zum „Grand Canyon du Verdon“?


Eine der schönsten Schluchten in Frankreich
– gelegen im Departemnt Alpes-de-Haute-Provence
(zwischen Castellane und dem Lac du Sainte-Croix) - und immer einen Ausflug wert!
Der an vielen Stellen türkisfarbene Fluss Verdon hat einen der größten Canyons Europas aus den Felsen geschliffen -
bis zu 700 Meter tief ist der bekannteste Canyon Frankreichs.
Zwei Panoramastraßen (Rive Gauche und Rive Droite) bieten imposante Blicke in den gähnenden Schlund und auf das Band des Flusses.
Die hier allgegenwärtigen Touristen,
die jedes Jahr zu Tausenden zu den Gorges du Verdon Schluchten kommen,
verlieren sich trotz des Ansturms und zum Glück in der weitläufigen Umgebung bei zahlreichen Aktivitäten zu Land und auf dem Wasser.
So haben wir Motorradfahrer immer noch freie Fahrt und unseren Spaß bei der Sache.



 
 
Aber aufgepasst: Schutz der Natur geht auch hier vor!

Die Gorges du Verdon Schlucht zählt seit dem 7.Mai 1990
als offizielles Naturschutzgebiet -
entsprechend vorsichtig sollten Urlauber sich verhalten.


Nach so viel Abwechslung, vielen Eindrücken, noch mehr Schnappschüssen und
einem kleinen Imbiss machen wir uns so langsam wieder retour in Richtung La Motte-du-Caire.



 
 
Dieter wartet schon grinsender Weise
mit einem kühlen Erfrischungsgetränk auf uns.

Ein toller Tag neigt sich dem Ende…


 
 
Schon so oft sind wir an Sisteron vorbeigefahren,
aber noch nie eingetaucht in die Gassen und das bunte Treiben des Ortes.

...das holen wir jetzt nach!



Ausblicke hier und Einblicke dort …mal ´nen Kaffee zwischendurch und die Leute beobachten.




Ein wirklich schönes Kleinod –
eine malerische Festungsstadt, die bisher ihr Aussehen und das Flair behalten hat.
Uns haben insbesondere die schön alten – und zum Glück gut erhaltenen - Türen gefallen.




Aber auch so findet man allerhand Schönes:
Die romanische Kathedrale Notre-Dame-des-Pommiers, die Festungstürme, die alten Fassaden,
die engen Gasse und die schmuckvollen Brunnen auf den Plätzen inmitten des Lebens.
Für die diversen Museen und Festivals nehmen wir uns dann beim nächsten Mal Zeit.




Aber jetzt, wollen wir doch noch eine kleine Motorradtour machen.

 
 
Dieter hatte da noch so einen Tipp…

Er meint,
wir müssten unbedingt mal nach „Théus“.


Grobe Richtungsangabe gemerkt und schon geht es ab –
vorbei am beeindruckenden Klettersteig „La via ferrata de la grande Fistoire“.
In Schwindel erregender Höhe spannt sich eine 60 Meter lange Hängebrücke
von einer Felswand rüber zur nächsten …aber da muss man ja erstmal hinkommen??!?



Wir fahren lieber mit dem Motorrad weiter…



In teilweise doch recht engen Kehren (zum Glück hat uns Dieter schon vorgewarnt)
geht es hinauf zum Bergdorf.



Auf halben Weg bis zum Endpunkt (Sackgasse!),
einer weithin gut sichtbaren Antennenanlage eines Fernsehumsetzers,
steht recht unscheinbar ein Schild mit der Aufschrift: „Sentier des Demoiselles Coiffées“.
Unbedingt anhalten und
ein Stück den Weg dort durch das Gestrüpp hinab gehen.
Hier versteckt sich eine ganz und gar ungewöhnliche Besonderheit der Natur –
Feenkamine (Säulen) werden sie genannt, die „Demoiselles Coiffées“.
Dieser mysteriöse Ort besteht aus etlichen Mineralskulpturen.



Doch weiter geht es noch bis zum Gipfel.



Die Straße ist zwar teilweise recht holprig und weiter oben laufen die Kühe frei rum,
aber dafür entschädigt ein Atmen beraubendes Panorama!!!



Vom Gipfelplateau „Croix Choureille“ bietet sich dem Schauer einen endlos freien Blick
in das Durance-Tal, auf den „Lac de Serre-Ponçon“, auf die Berge um Gap bis
hin zum „Cime de la Bonette“.
Die hier angebrachten Informationstafeln erleichtern die Orientierung ungemein.



Hier oben herrscht absolute Ruhe (solange kein anderer Ausflügler kommt) –
nur das Federrauschen der Schwalben oder der Luftwiderstand an den Tragflächen der Segelflugzeuge,
die ab und an vorbeirauschen, machen sich bemerkbar.


 
 
Das ist bisher das absolute Highlight unserer Reise!!!


OK, OK -
so viele Pässe sind es dann doch nicht geworden – geplant waren schon mehr…
ist uns auf der Rückfahrt zu Dieter aufgefallen.



Dafür aber haben wir diesmal unendlich viel Schönes gesehen und
die "Leichtigkeit des Seins" neu entdeckt.
Sich einfach mal in den Tag treiben lassen und die Auszeiten genießen: Vive la France.


 
 
Wir werden bestimmt auch nicht das letzte Mal hier rumfahren...
auch wenn die südfranzösischen Straßen sich einen enormen Gummihunger
- dank unserer Motorrad-Reifen - stillen.


Zum Glück haben wir ja noch genug Profil auf den Autoreifen für die Heimfahrt…



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