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RICHTIG angezogen
Die richtige Motorradschutzbekleidung macht´s!
Nur im luftigen T-Shirt und kurzer Hose zu fahren…
Na ja –
dazu braucht man nicht viel zu schreiben?!!
Eigentlich weis man als Motorradfahrer schon,
dass Sicherheitsbekleidung unbedingt erforderlich ist.
Nur welche?
Und wie richtig kombiniert??
Das Angebot der (Motorradsicherheits-) Bekleidung ist heutzutage sehr vielfältig
und oftmals ist der Interessierte mit dieser Auswahl einfach nur noch überfordert.
Darum hier ein paar Tipps:
Unterbekleidung
Funktionswäsche –
gefertigt aus einem Gewebe (Synthetikfaser), das keine Feuchtigkeit aufnimmt,
sondern diese direkt vom Körper wegtransportiert.
Es nutzt nichts,
wenn man zwar einen guten Textilanzug mit Klimamembran überzieht,
aber darunter nur die Alltagsklamotte aus Baumwolle trägt.
Jeans und T-Shirt z.B. nehmen den Schweiß auf, es wird klamm und nass.
Der Feuchtigkeitsabtransport ist nicht mehr gewährleistet – es wird unangenehm.
Im Sommer fühlt man sich nur noch stinkig-feucht,
im Winter kühlt man durch die Verdunstungskälte zu sehr aus.
Also…
bei heißem Wetter immer eine leichte Funktionswäsche und
an kalten Tagen eine wärmende anziehen,
die u.a. auch von Skifahrern sehr geschätzt wird.
Je nach Witterung ist durchaus eine Kombination von mehreren Schichten
einer guten Funktionswäsche ratsam.
Das Zwiebelprinzip schafft durch die zwischen den einzelnen Lagen
eingeschlossene Luft eine effektive Isolation.
Zudem schützt eine Windstopper-Weste oder –Jacke
den Brustbereich prima vor dem Auskühlen.
Überzieher
Motorradbekleidung mit funktioneller Klimamembran –
gefertigt z.B. aus einer mikro-poröse Membran von Gore-Tex oder DRYWAY+ Material.
Dank des innovativen Materials ist diese Bekleidung sowohl Schlechtwetter als auch sommertauglich.
Da dieser „Stoff“ wasserabweisend ist,
wird er sich nicht mit Regen vollsaugen und
lässt verdunstenden Körperschweiß in Form von Wasserdampfmolekülen passieren.
Aber aufgepasst!
Ohne die schon beschriebene Unterbekleidung bzw. Funktionswäsche
taugt auch die teuerste Überbekleidung in klimatischer Hinsicht nicht allzu viel.
„Die ist wasserdicht und da schwitzt man nicht drin.“ gilt dann nur bedingt.
Natürlich sollte unbedingt auf die richtige Pflege der Textilien geachtet werden.
Ansonsten riskiert man,
dass das teure Material die so angepriesenen Funktionen leider all zuschnell verliert.
Gleiches gilt ebenfalls für die althergebrachte Lederbekleidung –
sie bedarf genauso der entsprechenden Pflege.
Womit wir hier schon bei der immer wieder auftauchenden Frage angelangt sind: Textil oder Leder?
Was trägt sich nun besser??
Was schützt mehr im Falle eines (Un)Falles???
Die Meinungen und Empfehlungen gehen da meilenweit auseinander.
Eine vorab fachlich fundierte Beratung und anschließend sorgsame Überlegung empfiehlt sich!
Erst dann sollte der geneigte Käufer für sich selbst entscheiden,
was für ihn das passende Material ist -
in welcher Kleidung er sich wohl und sicher fühlt.
Auch heutzutage hat ein gutes Leder der normalen Textilen gegenüber immer noch
einen ganz klaren Vorteil: Leder ist sehr viel robuster und reißfester.
Dennoch haben die Textilentwickler - zum Glück -
die Finte nicht gleich ins Korn geworfen und sind keinsfalls untätig geblieben.
Das Resultat der ganzen Tüfteleien und unzähligen Tests
übertrifft sogar die robusten Eigenschaften des Leders.
So haben gerade die Schweden ein Material entwickelt,
dass den Reibwiderstand des Leders um ein Vielfaches mehr verkraftet und
somit den Träger noch besser schützen kann.
Zudem ist zu bedenken,
wofür die gute Kleidung hauptsächlich genutzt wird:
für eine gemütliche Feierabendrund im lauen Sommerabend,
für die kurvenreiche Alpenpass-Urlaubstour,
die extreme Wüstendurchquerung oder
für die rasante Highspeed-Hatz auf dem Ring.
Klar sind die Anforderungen diesbezüglich sehr unterschiedlich!
Ein paar besondere Augenmerke
sollte man zudem auf die übrige Verarbeitung lenken.
Wie z.B.
sind die Nähte bearbeitet, die Bündchen und Abschlüsse.
Sind individuellen Anpassungsmöglichkeiten berücksichtigt,
sind diverse Innenfutter herausnehmbar,
sind wasserdicht verschließbare Ventilationsöffnung eingearbeitet u.v.m..
Ganz wichtig: Die Passform!
Zu klein, zu eng ist genauso unsinnig wie zu groß und zu weit.
Arm- und Hosenlänge sollten nicht nur im Stehen,
sondern auch auf dem Motorrad sitzen probiert werden –
zumal, wenn diverse Protektoren noch eingesetzt werden können oder
ein separater Rückenprotektor bzw. ein Protektorenhemd untergezogen wird.
Neuralgische Stellen der Bekleidung sind insbesondere
der Kragen, die Taschen und der Schnittbereich.
Hier droht am Ehesten der unangenehme Wassereinbruch.
Deshalb sollte der Kragen (in der Regel) eng anliegen und
weit unter den Helm ragen.
Das Material sollte die Feuchtigkeit nicht aufsaugen können.
In dem Zusammenhang immer darauf achten, welche Halstücher verwendet werden.
Auch diese könnten Feuchtigkeit unter die Jacke ziehen.
Die Taschen sind meisten nur aufgesetzt und in den wenigsten Fällen wasserdicht.
Dumm, wenn gerade dort das Handy oder wichtige Papier aufbewahrt werden.
Feuchte empfindliche Dinge besser wo anders unterbringen –
zumal harte Gegenstände beim eventuellen Aufprall
ganz fiese Hämatome verursachen oder gar zu Knochenbrüchen führen können.
Ebenfalls eine allseits bekannte Schwachstelle ist der Schrittbereich.
Sind Überlappungen von Jacke und Hose nicht ausreichend,
sind die Nähte nicht sorgfältig genug vom Hersteller abgeklebt,
so hat das Wasser ein leichte Spiel und dringt gerne an dieser empfindlichen Stelle ein.
Zum eigenen Schutz kommt – unserer Meinung nach –
auch die bestmögliche Wahrnehmung durch andere Verkehrsteilnehmer.
Schwarz ist zwar immer noch die vorherrschende Farbgebung bei der Motorradbekleidung,
aber mit Sicherheit hat dies nicht viel zu tun (man wird höchsten mit Sicherheit nicht gut gesehen…).
Kombiniert mit auffällig hellen Teilen tun sich die „Bunten“ leichter auf uns Motorradfahrer zu reagieren.
Geschmacksfrage hin oder her… hier geht es um Sicherheit!
Rechtzeitig gesehen zu werden,
ist schon mal mit die erste Grundvoraussetzung sich selbst zu schützen.
Protektoren
Gelenk- und Rückenprotektoren unterliegen in unseren Breitengraden
genau wie Motorradhelme und -Schutzbekleidung gewissen Prüfverfahren:
Europäische Norm EN 1621-1 für Gelenkprotektoren bzw.
Europäische Norm EN 1621-2 für Rückenprotektoren.
In einem solchen Verfahren triff ein Fünf-Kilo-Fallkörper im freien Fall auf den Protektor und
ein darunterliegender Messkopf registriert die Restkraftwerte.
Der Gelenkprotektor z.B.
muss umgerechnet die Belastung von rund 18 Tonnen verkraften und
darf davon im Mittel maximal 35 Kilonewton (kN) Restkraft passieren lassen.
Der Grenzwert bei Rückenprotektoren
liegt je nach Schutzklasse zwischen neun und 18 kN.
Zur Verdeutlichung: der menschliche Knochen bricht bei einer ca. zehn kN Belastung.
Mal abgesehen von solchen Werten,
die gute Protektoren aufweisen sollten, ist tunlichst darauf zu achten,
das die Schützer in der Kleidung im Falle eine Falles nicht verrutschen und gefährlich verdrehen.
…dann nutzen auch die besten Prüfwerte wenig!
Motorradstiefel
Gute Stiefel gehören unbedingt zu einer Motorradschutzbekleidung!
Es müssen ja nicht zwangsweise die teuersten Modell sein –
sie sollten aber zumindest einen guten Schutz und die nötige Wettertauglichkeit besitzen.
Einfache Schnürschuhe oder gar diese sogenannten Asiletten gehen gar nicht!!!
Beim Stiefelkauf sollte auf Folgendes geachtet werden:
Der Einstieg und das Verschließen des Stiefels sollten problemlos möglich sein.
Eine ordentliche Passform sollte ebenso wie
die nötige Beweglichkeit trotz einer stabilen Fußfixierung gegeben sein.
Wichtig ist unbedingt der sichere Halt auf den Fußrasten.
Auch hierbei ist natürlich zu bedenken,
für welchen Einsatz die Stiefel benutzt werden sollen:
Touren- oder Rennstreckentauglichkeit, Hose in den Schafft oder darüber etc..
Je nach dem sollte die Hose weit genug über die Stiefelschäfte überlappen oder
der Stiefel muss, für den Fall, dass die Hose rein getragen werden soll, einen dichten Abschluss gewährleisten.
Gut eingearbeitet Membranen sorgen dafür.
Undichtigkeit im Stiefelspitzenbereich zeigen sich leider erst nach einigem Tragen…
Gute Hersteller sorgen auch nach Kauf noch für Abhilfe oder geben sogar neue Stiefel im Austausch heraus.
Handschuhe
Spätestens bei kalten Wetter und längeren Fahrten auf der Autobahn oder
bei einem plötzlichen Wetterumschwung während der lockeren Sommertour über die Alpenpässe ärgert man sich –
kalte und klamme Hände!
Da nutzt es leider wenig, wenn der Rest warm und trocken verpackt ist…
Dieses unangenehme Gefühl kriecht langsam hoch und schon fröstelt es überall.
Die Konzentration lässt leider auch durch solche „Kleinigkeit“ bedingt nach.
Guter Rat tut Not!
Einen absoluten Allrounder gibt es (unserer Erfahrung nach) nicht.
Es empfiehlt sich immer ein Paar leichte Sommer- und
etwas festere, regenfeste Handschuhe, deren Stulpen unter den Ärmeln getragen werden, dabei zu haben.
Bei heißem Sommerwetter nerven irgendwann die Dicken.
Auch, wenn es heißt, dass diese absolut Temperatur ausgleichend sein sollen.
Angeschwollenen Finger bekommt man trotzdem.
Dann sind die an der Handrückenseite luftdurchlässigen Schönwetterhandschuhe einfach angenehmer.
Nur nicht auf die Idee kommen, ohne Handschuhe zu fahren!
Schon mal überlegt,
womit man sich beim Sturz versucht sich abzustützen oder
andere Körperteile vor den Aufprall zu bewahren?
Wenn Handinnenflächen dann über den Asphalt schmirgeln… AUTSCH!
Zu beachten ist u.a. beim Kauf eines so wichtigen Utensils,
dass es richtig passt!
Gerade an den Fingerspitzen treffen viele Nähte aufeinander, die beim Tragen ständig in Bewegung sind.
An diesen Stellen tritt besonders gerne das Wasser ein –
also auf die Verarbeitung genauestens achten!
Ebenfalls den Spannbereich zwischen Daumen und Zeigefinger beachten.
Auch hier ist die Belastung nicht ohne.
Nichts ist nerviger als diese blöden Knubbeln und Falten,
die sich bei zu großen und schlecht genähten Handschuhe an den Innenflächen bilden können.
Zum einen kann man den Gasgriff nicht mehr so sensibel dosieren, wie es nötig wäre und
zum anderen werden Bedienelemente nur schwer benutzbar.
Man ist zu sehr abgelenkt und reagiert vielleicht nicht mehr entsprechend den plötzlich auftretenden Situationen.
Nicht gut!
Also nicht denken: „…sind doch nur Handschuhe – die billigen tun´s doch??!“
Oma sagte schon: „Im Detail steckt oft der Teufel!“
Helm
Natürlich soll der Helm in erster Linie schützen -
dennoch ist wie bei der Bekleidung insgesamt, auch hierbei zu berücksichtigen,
für welchen Einsatz der Helm überwiegend benutzt werden soll,
welche Maschine zu welchem Einsatz kommt und
welchen Komfort der Träger erwartet.
Den umfassendsten Schutz bietet immer noch ein Integralhelm,
vor dem Klapp- und dem Jethelm.
Beim Kauf ist darauf zu achten, dass der Helm
einfach an- und auszuziehen ist,
gut sitzt; d.h. möglichst druckstellenfrei,
aber dennoch fest und stabil auf dem Kopf zu tragen ist.
Der Seitenblick sollte auf gar keinen Fall
durch zu hochgezogene Wangenpolster beeinträchtigt werden,
der Verschluss darf nicht stören oder gar schmerzen.
Prima sind Helme,
die mit verschiedenen Außenschalengrößen angeboten werden.
Somit muss ein kleiner Kopf nicht so eine „riesen Omme“ tragen und
sieht damit nicht aus wie ehemals die Zeichentrickfigur Kallimero.
Das macht sich nicht nur am Gewicht durch weniger Füllmaterial bemerkbar
sondern auch beim Tragekomfort.
Wichtig ist natürlich die Stoßdämpfung des Helmes!
Auch hierbei gibt es in diversen Prüfverfahren gewisse Punkte zu erreichen,
um somit die Zulassung für den Straßenverkehr zu erlangen:
Die aktuell gültige ECE R 22.05-Norm
Mehr dazu siehe unter >>> ECE-Norm für Helme.
Ein guter Händler lässt den Kunden
einen, nach Beratung, ausgewählten Helm vor dem eventuellen Kauf gerne ausgiebig testen.
D.h. nicht mal eben im Laden auf den Kopf ziehen oder nur mal ums Eck fahren lassen,
sondern ruhig mal den ganzen Tag lang und unter verschiedenen Bedingungen:
Landstraße oder Autobahn, eventuell auch im Regen.
Denn nur so kann der Helmkäufer erfahren, ob der Helm für ihn bzw. auf ihn passt.
Somit hat er die Möglichkeit zu testen,
ob die angepriesene Aerodynamik, Akustik, Belüftung etc. des Helmes
tatsächlich gegeben ist.
Aerodynamik
bedeutet wie verhält sich der Helm bei Fahren:
Wie hoch sind die Luftwiderstände und / oder neigt er zum Auftrieb (insbesondere beim Kopfdrehen)?
Wie verhält sich der Helm auf der Maschine,
wenn diese eventuell mit einer Scheibe oder Verkleidung ausgestattet ist?
Akustik
bedeutet wie erträglich ist der Lärmpegel im Helm:
Ist die Helmform mit eventuellen Abrisskanten, versenkbare Visiere, flache Belüftungstasten und –Öffnungen,
Windabweiser am Kinn und einem eng anliegenden Halsabschluss versehen?
Wie verhält sich der Helm auf der Maschine,
wenn diese eventuell mit einer Scheibe oder Verkleidung ausgestattet ist?
Belüftung
ist immer wichtig!
Bitte prüfen, ob die Belüftungstasten auch tatsächlich funktionieren.
D.h., ob wirklich ausreichend genug die Luft zirkulieren kann – der Helm nicht beschlägt.
Es ist möglich dass,
der eine oder andere Träger aufgrund seiner Kopfanatomie und seinem Atemluftverbrauch
komplett andere Erfahrungen mit dem gleichen Helm macht als X andere Fahrer.
Wie verhält sich der Helm auf der Maschine,
wenn diese eventuell mit einer Scheibe oder Verkleidung ausgestattet ist?
Sicherlich ist das Gewicht eines Helmes ebenfalls zu berücksichtigen!?
Klar, sind die meisten Träger „Manns genug“ um einen Helm tragen zu können,
allerdings macht sich auf langen Strecken oder bei hohen Geschwindigkeiten
schon mal unangenehmes Gefühl breit – die Nackenmuskulatur meldet sich.
Hohes Gewicht bedeutet auch, dass der Hals und Nacken stärker beansprucht wird.
Insbesondere bei Jugendlichen oder gar Kindern – wenn auch nur als Sozius – sollte unbedingt darauf geachtet werden!
Es werden zum Glück
mittlerweile auch einige spezielle „Kinderhelme“,
wie auch Bekleidung und Protektoren etc.
von verschiedenen Herstellern angefertigt – bitte (bei uns) nachfragen.
Somit hat das Kind weniger Stress und mehr Spaß am Mitfahren ;-)
Preis
Natürlich sind dies alles gut gemeinte Empfehlungen,
die allerdings bei einigen nicht fruchten wollen oder nicht können.
Die einen sind halt nach wie vor beratungsresistent…
Bei anderen scheitert die Anschaffung einer topp Sicherheitsbekleidung an den dazu nötigen Finanzen.
Dessen sind wir uns durchaus bewusst!
Darum versuchen wir mit der entsprechenden Beratung und einer gemeinsamen Überlegung mit dem Kunden
zu einem akzeptablen Ergebnis zu kommen.
Dennoch ist zu berücksichtigen, dass eine gute Schutzbekleidung halt auch ihren Preis hat.
Mal abgesehen von dem aktuellen Design,
sind vor allem das Material, die Verarbeitung und u.a. die CE-Prüfzeichen-Zertifizierung zu berücksichtigen!
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