ÜBERWINTERN

 

ÜberWinterN

Gut ÜberWinterN... ist nicht schwer!

 
 
Die wenigsten Motorradfahrer tun es sich und den Maschinen nicht an -
aber es gibt immer noch ein paar Hartgesottene oder diejenigen,
denen auch heutzutage nichts Anderes übrig bleibt,
als mit dem Töff im Winter zu fahren.
Ob aus Überzeugung, aus der Situation heraus oder
weil´s doch immer noch die harten Kerle gibt…
 
 


Motorradfahren ist auch im Winter möglich!

Allerdings sollte sich jeder bewusst sein,
dass in dieser Jahreszeit völlig andere Gegebenheiten zu beachten sind.

Wer sich jetzt auf das Motorrad setzt und zu einer Tour aufbricht,
sollte bedenken:
Im Herbst und insbesondere im Winter ist besonders auf Sicherheit zu achten!


Hier ein paar Tipps für die Herbst- und Winterfahrer:

Feucht und schmutzig:
Gerade im Herbst sind in den ländlichen Gegenden
die Bauern noch bis spät abends rege zugange und
träckern ordentlich mit den Landwirtschaftgeräten durch die Lande.
Das gehört nun mal zu ihrer Arbeit und
lässt sich nicht einfach so aus der Welt schaffen.
Aber sich darauf einstellen, dass kann – bzw. sollte - man schon.
Wer zügig in Schräglage in die Kurve fährt, sollte auf Ackerschmutz gefasst sein!
Weggerutscht ist man schnell!
Gleiches gilt natürlich auch bei nassem Laub.
Lieber etwas bedachter und vorausschauender fahren –
falls aufgestellt, Schilder beachten,
die auf „Vorsicht Viehtrieb“ oder dergleichen aufmerksam machen wollen.
…und so schmeckt das frische Steak
vom Bauern aus der Region gleich doppelt so gut,
wenn man wieder heile zuhause angekommen ist ;-)

Aquaplaning:
Bei den herbstlichen Regengüssen ist Aquaplaning
durchaus für wetterfeste Motorradfahren ein unangenehmes Übel.
Dann sind starke Nerven gefragt.
Wenn möglich, bloß nicht bremsen oder beschleunigen –
einfach weiterrollen lassen, bis die Räder wieder festen Boden unter sich haben.
Einfacher gedacht, als dann in die Tat umgesetzt…

Überfrierende Nässe:
Als Kinder sind wir zwar alle gerne über zugefrorene Pfützen geschildert –
aber jetzt mögen wir das kaum mehr.
Vor Allem nicht, wenn wir mit den Motorrädern unterwegs sind und
plötzlich auf schattigen Straßenabschnitten, in Waldschneisen oder auf Brücken
ins Rutschen kommen.
Also besser vorher dran denken:
Schon im Herbst ist an solchen Stellen mit Glatteis zu rechnen!

Wild* (verliebt):
Ach ja… damals!
Schnell auf das Mofa und ab zur Freundin oder dem Freund.
Ja Ja – die Hormone…
Dem Wild geht es in dieser Jahreszeit nicht viel anders!
Als müsste man nicht schon genug aufpassen,
da spielen die Wildtiere plötzlich verrückt und
sausen im Liebestaumel kreuz und quer über die Straßen.
Im Herbst ist vermehrt mit Wildwechsel zu rechnen!
Als Motorradfahrer sollte man deshalb gerade in der Dämmerung
besser vom Gas gehen und
insbesondere die Fahrbahnränder aufmerksam im Blick behalten.

K... K... Kalt:
Auch wenn es tagsüber noch so richtig schön sonnig war und
der „Indiansummer“ das Herz erwärmte –
abends wird es schnell schattig kalt!
Wer dann nicht gut gekleidet mit seinem Motorrad unterwegs ist,
der friert unweigerlich und fährt nicht besonders konzentriert.
Das kann die Reaktionsfähigkeit enorm beeinträchtigen!
Also lieber gescheite Kleidung anziehen oder
Zusatzbekleidung für den Zwiebellook besser mal gleich ins Topcase legen und
bei Bedarf dann nachrüsten.
Sturmhauben und Unterziehhandschuhe aus Seiden
schützen gut vor dem eisigen Fahrtwind.

Betriebstemperatur:
Nicht nur wir als Fahrer brauchen angenehme Temperaturen
für ein einwandfreies Funktionieren,
auch unser Motorrad und insbesondere die Reifen der Maschinen.
Kalt bedeutet weniger Grip!
Also den Fahrstil besser auf die veränderten Bedingungen abstimmen.

Profiltiefe:
Für die Motorrad-Reifen ist eine Profiltiefe
von mindestens 1,6 Millimeter vorgeschrieben –
ermittelt bei normalen Straßenverhältnissen.
Normal ist aber im Herbst und Winter halt nix…
Also reicht diese Profiltiefe nicht unbedingt mehr aus?!
Besser wäre dann eine Profiltiefe von mindestens 3,0 bis 3,5 Millimeter.
Vielleicht doch besser noch Reifen wechseln?


So…
und wer mag jetzt doch lieber sein Töff in die Garage stellen?
Aber einfach nur in die Hütte schieben und Feierabend ist nicht!
Damit die letzte Fahrt vor dem Winter und die erste Fahrt im Frühjahr
auch eine echte Freude wird, muss man schon was tun.


Hier unsere Checkliste fürs Überwintern:

Putzen:
Natürlich sollte der Schmutz ab – eine gründliche Wäsche steht an!
Schmutz zieht Feuchtigkeit an und
begünstigt diese fiesen, kleinen, unansehnlichen Korrosionsschäden.
Der Ärger darüber wäre im Frühjahr vorgegeben.
Aber aufgepasst!
Nicht zu arg mit dem Dampfstrahler draufhalten.
Reifen und Schläuche mögen allzu viel Druck nicht!
Lieber mal mit dem Schwamm einseifen und gefühlvoll mit Wasser abspülen.
…kann ja auch Spaß machen ;-)

Ölwechsel:
Im betriebswarmen Zustand das Motoröl ablassen und
die Maschine mit frischem Öl versorgen.
So lagern sich über die kalte Jahreszeit keine Verbrennungsrückstände ab und
die Dichtungen danken es im Frühjahr.

Entleeren:
Die Schwimmerkammern müssen auf jeden Fall entleert werden,
sonst verdunstet der Kraftstoff und es bleiben harzige Rückstände übrig.
Das wäre dumm –
Düsen und Ventile verstopfen und
dann müsste die Vergaserkammer komplett zerlegt werden…
Also – lieber vorher dran denken und hinterher Arbeit gespart.

Einschmieren:
Vor dem Einmotten empfiehlt sich, die Gelenke, Bowdenzüge, Hebel und
andere beweglichen Teile einzuschmieren.
Aber gewusst wie!
Wer sich dabei zu unsicher ist –
lieber vorab mal ins Handbuch schauen oder beim Fachmann nachfragen.
Gerade bei neueren Maschinen
sind häufig die Ummantelungen der Bowdenzüge aus einem besonderen Kunststoff,
der durch das Einschmieren aufquellen könnte.

Ölen und sprayen:
Wer an der Motorkonservierung spart, zahlt später drauf!
Im Zylinder setzt sich Rost fest,
die Zylinderlaufbahn wird beschädigt und der höhere Verschleiß ist vorprogrammiert.
Also besser Zündkerzen herausschrauben,
in jeden Zylinder etwas Motorenöl hinein geben und den Motor ein paar Mal
mit dem Starter durchdrehen, die Zündkerzen wieder einsetzten – fertig!
Die elegantere Art… ein spezielles Motor-Konservierungsspray benutzen.
Dann sind die Finger nicht so ölig ;-)

Saftlos:
Die Batterie muss raus!
Beim Ausbauen den Säurestand kontrollieren und
wenn nötig, mit destilliertem Wasser die Kammern bis zur richtigen Marke auffüllen.
Die Batterie trocken und warm lagern – nachladen aber nicht vergessen!
Ist die Maschine mit einer wartungsfreien Batterie ausgestattet, so reicht normales Nachladen aus.

Frostschutz:
Ist die Maschine wassergekühlt,
so sollte unbedingt der Frostschutz geprüft und gegebenenfalls erneuert werden!

Druckanpassung:
Am besten wäre es, die Maschine so aufzubocken, dass beide Räder in der Luft sind.
Hat das gute Teil allerdings nur einen Seitenständer,
dann sollte der Luftdruck in den Reifen um etwas 0,3 Bar erhöht werden.
Auch die Reifen mögen es gerne Warm –
darum schnell noch Holzplatten o.Ä. unterlegen.
Ein harter und kalten Betonboden entzieht zu sehr die Wärme und
lässt die Reifen vorzeitig altern.

Konservieren:
Das Finish folgt – Kette schmieren,
den Auspuff mit einem ölgetränkten Lappen einreiben und
das Endrohr damit verschließen.
Kunststoffe und Chromteile mit einem entsprechenden Spray,
Schutzwachs oder Öl behandeln… Heia sagen!

Abdecken:
Wegen einer möglichen Kondeswasserbildung,
raten Experten von einer Kunststoffumhüllung ab!
Am besten eine Wolldecke und eine luftdurchlässige Schutzhaube drüber.
Wir haben es ja auch gern kuschelig ;-)


So…
und nun kann der Winter ruhig kommen.
Weihnachtsplätzchen und – Braten warten schon!
Im Frühjahr geht´s dann wieder los…
Maschine raus und die angefutterten Pfunde wieder abfahren ;-)))


Wie sehen uns ?!?? ...spätestens im nächste Frühjahr ;-)


Ach ja...
weil mir letztens ein Reh auf die Starße gesprungen ist,
hat mich das Thema doch sehr interessiert.
NEIN - weder den Tierchen noch mir ist etwas passiert!

Hier meine Recherchen zum Thema:

*VOLLBREMSUNG besser als gefährliches Ausweichmanöver!

Der Herbst… gerade in der Dämmerung nimmt der Wildwechsel wieder zu!
Straßen- und Siedlungsbau hat im Laufe der letzten Jahre
die Bewegungsfreiheit der Wildtiere immer weiter eingeengt.
Das Wild ist demnach geradezu gezwungen
auch über Fahrbahnen hinweg durch die Reviere zu ziehen.
Besonders im Herbst und Frühjahr kommt es deshalb vermehrt zu Wildunfällen.

Eine Kollision ist kein Pappenstil!
Ein 20 Kilogramm schweres Reh z.B.
besitzt bei einem Aufprall mit Tempo 100 ein Aufschlaggewicht von einer Tonne.

Wer durch waldreiche oder
mit entsprechenden Schildern gekennzeichnete Gebiete fährt,
sollte unbedingt
das Tempo reduzieren und immer bremsbereit sein!
Vor Allem die Fahrbahnränder immer im Auge haben.
Wildtiere sind selten alleine unterwegs – man muss immer mit Nachläufern rechnen!

Steht ein Tier auf der Straße – hupen und abblenden -
dem Tier die Möglichkeit geben, dass es den Fluchtweg findet.

Trotzdem ist die Vollbremsung oft die letzte Möglichkeit die bleibt –
bloß kein riskantes Ausweichmanöver versuchen!
Lieber mit Bums in das Tier,
als auf einen dicken Baum oder ein entgegenkommendes Auto fahren.
Das Tier ist weich und gibt nach…

Natürlich muss jeder Wildunfall
bei der Polizei oder der Forstdienststelle gemeldet werden!
Auch für die Schadensabwicklung ist eine bestätigte Unfallmeldung wichtig.
Auf gar keinen Fall das Tier mitnehmen.
Das würde den Tatbestand der Wilderei erfüllen.


Also - nix wildern!

Heile bleiben und bald wieder bei uns Kaffee trinken kommen - BRIGITTE ;-)))


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